Planung einer Schwimmhalle
Wer eine Schwimmhalle plant, muss neben einer ansprechenden Gestaltung auch an einen ausreichenden Feuchteschutz sowie die gesetzlichen Vorschriften für einen Mindestwärmeschutz denken.
Der Bau einer Schwimmhalle oder eines Hallenbads muss je nach Landesbauordnung des zuständigen Bundeslandes genehmigt werden. Ein Bauantrag mit den vollständigen Bauunterlagen muss rechtzeitig eingereicht werden.
Fast niemand nutzt heute ein privates Schwimmbad ausschließlich, um Sport zu betreiben. Vielmehr erweitert es heute den Wohnbereich des Hauses und dient der gemeinsamen Erholung der Bewohner. Während vor einigen Jahrzehnten die Bäder häufig in Kellern eingebaut wurden, sind heute Tageslicht und die Anbindung an den Außenbereich wichtig. Achten Sie darauf, dass Platz für einen Umkleideraum, eine Dusche, ein WC und falls gewünscht, weitere Wellness-Einrichtungen wie Sauna oder Dampfbad vorhanden ist. Sie sollten sich an die Halle anschließen, denn weite Wege schmälern das Badevergnügen.
Die genaue Ausgestaltung der Schwimmhalle hängt unter anderem von den Gegebenheiten vor Ort und den eigenen finanziellen Möglichkeiten ab. Es gibt aber einige Erfahrungswerte, die in die Planung einbezogen werden sollten. Damit die Schwimmhalle wohnlich und attraktiv wirkt. solle sie übe reine ausreichende Höhe verfügen. Über dem Pool und dem Beckenumgang sollte der Raum Mindestens eine Höhe von 2,50 m erreichen. Um den Beckenkörper herum sollte sich ein mindestens 50 cm breiter Gang befinden. Er dient der Beckenkontrolle und um Reparaturarbeiten durchzuführen.
Bauphysik
Beim Bau einer Schwimmhalle sind zwei Faktoren einzubeziehen. Zum einen die Ausführung der Halle nach der geltenden Energie-Einsparverordnung, zum anderen die darin herrschenden besonderen klimatischen Bedingungen. Üblicherweise liegt die Lufttemperatur in einer Schwimmhalle etwa 2 Grad über der des Wassers, um die Verdunstung gering zu halten. Die meisten Schwimmer empfinden eine Wassertemperatur von etwa 28 Grad Celsius als angenehm, so dass der Lufttemperatur ungefähr 30 Grad Celsius bei einer relativen Feuchte von zirka 60% beträgt. Die Luftfeuchtigkeit ist etwa doppelt so hoch wie in sonstigen Wohnräumen und übertrifft auch die des Badezimmers, wo nur kurzfristig hohe Werte erreicht werden. Bei einer Schwimmhalle handelt es sich um einen Dauerfeuchtraum, die Baukonstruktion einer Schwimmhalle muss dieser besonderen Anforderung entsprechen.
Gefahr droht der Schwimmhalle durch Kondensation der warmen, feuchten Luft an kühlen Flächen, vor allem den Außenflächen. Die Feuchtigkeit dringt in die Wände ein und richtet dort Schäden an. Es muss daher sicher gestellt sein, dass auch zur kältesten Jahreszeit die Taupunkttemperatur nirgends unterschritten wird. Bei welcher Oberflächentemperatur der sich befindet, ist von der Lufttemperatur und der relativen Luftfeuchtigkeit abhängig. Bei 30 Grad Lufttemperatur und 65% relativer Feuchte, liegt der Taupunkt bei 22 Grad. Während die Wände innen deshalb dampfdicht und wärmedurchlässig sein sollen, sollte die Außenwand den Dampf durchlassen und die Wärme drinnen behalten. Entsprechen die Wände durch ihre Bauweise nicht diesen Anforderungen, versieht man den Raum mit einer innenliegenden Dampfsperre und unter Umständen mit einer Dämmung. Für alle Bauteile einer Schwimmhalle ist ein bauphysikalischer Nachweis nach DIN 4108 vorgeschrieben. Er dient der Beurteilung, ob die Konstruktion der hohen Feuchtebelastung widersteht. Architekten, Bauphysiker oder Fachfirmen wie ISO liefern diese Nachweise.
Neben dem Problem der Kondensation spielt bei auch die Energieeinsparung eine wichtige Rolle. Dabei geht es nicht nur um die Senkung von Heizkosten des Schwimmhallenbetreibers, es muss auch den rechtlichen Anforderungen der Energie-Einsparverordnung (EnEV) in der Fassung von 2009 entsprochen werden. Wie gedämmt wird, schreibt die Energie-Einsparverordnung nicht vor. Bei der Dämmung kommt es darauf an, den Wärmefluss zu unterbinden. Beheizte Räume geben Wärme über Decken Wände und Böden an die kältere Umgebung ab. Neben Materialien, die die Wärme gut leiten, gibt es andere, die Wärme schlecht leiten. Als Maßeinheit für den Wämrefluss dient der so genannte U-Wert. Er zeigt, welche Wärmemenge in Watt bei einer Temperaturdifferenz von einem Kelvin durch eine Fläche von einem Quadratmeter strömt. Dieser Wert muss möglichst klein sein, um einen Wärmeverlust zu verhindern. Richtwerte für den maximalen U-Wert, den ein Bauteil erreichen darf, helfen bei der Planung. Wichtig ist darauf zu achten, dass alle Werkstoffe sich für den Einsatz in Schwimmhallen eignen. Gipsbaustoffe gehören bei den hohen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit nicht dazu.

