Elementkabine und Massivholzsauna – Qual der Wahl

Zwei Sauna-Systeme ein Ziel – schwitzen. Ob Sie sich für eine Sauna in Element- oder Massivholzbauweise entscheiden, hängt von Ihrem Geschmack und Budget ab. Denn Schwitzen geht in beiden Varianten gleich gut. Vergleichen Sie beim Kauf aber nicht nur den Preis, sondern achten Sie auch auf Qualität. Die garantiert zum Beispiel das RAL-Gütezeichen.

Das Wort Sauna ist finnisch und bedeutet Raum aus Holz. Heute kann dieser Raum in der ursprünglichen Bauweise als Massivholzsauna oder als Elementkabine in Sandwichbauweise erstellt werden. Grundlegend unterscheiden sich dabei die beiden Saunatypen im Wandaufbau. So wird die Elementsauna aus einzelnen Bauteilen zusammen gesetzt, die einen mehrschaligen Aufbau aufweisen. Die Massivholzsauna wird dagegen in traditionneller Bauweise aus soliden Blockbohlen gebaut. Wer auf Qualität setzt, kann sich am RAL-Gütezeichen der Gütegemeinschaft Saunabau orientieren. Es garantiert Mindeststandards bei damit ausgezeichneten Saunakabinen.

 © Röger

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In Deutschland wird heute vor allem die Sauna in Elementbauweise verkauft. Die Elemente bestehen aus einer Rahmenkonstruktion aus zumeist Fichte oder Tanne, die verzapft und verleimt wird. Darauf wird ein mehrschaliger Aufbau angebracht. Die Innenseite bilden meistens Profilhölzer aus kanadischem Hemlock oder nordischer Fichte, 14 bis 16 Millimeter stark. Hemlock ist sehr robust und astfrei, verzieht selbst bei starker Hitze nicht und gibt gespeicherte Wärme gleichmäßig ab.

 © Röger

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Eine Dampfsperre dahinter verhindert, dass feucht-warme Luft zwischen Dämmschicht und kälterer Außenwand kondensiert. Die RAL-Regeln verlangen hier eine Temperaturbeständigkeit von 150° Celsius. Zumeist handelt sich um Aluminiumfolie mit einer Stärke von 0,03 Millimeter. Dahinter folgt die Dämmschicht, die die Wärme in der Kabine hält. Üblicherweise ist das 40 bis 50 Millimeter dicke Mineralfaserwolle. Daneben werden auch Dämmungen aus Thermo-Hanf und Kork angeboten.

Ganz traditionell wie das Vorbild aus Skandinavien wird die Massivholzsauna oder Blockbohlensauna gebaut. Bei ihr bestehen die Saunawände aus massiven Blockbohlen. Als Holz werden Polarfichte oder Hemlock verwendet. Sie wachsen langsam und verfügen über nicht viel Harz.

Für Blockbohlen einer Sauna verwendet man das feste Kernholz. © Baum's Blocksauna

Für Blockbohlen einer Sauna verwendet man das feste Kernholz. © Baum's Blocksauna

Besonders fest ist das Kernholz, das weniger anfällig für Risse ist und aus dem die Bohlen geschnitten werden. Das Saunaklima regelt sich selbst über die Eigenschaften des Holzes. Die Bohlen speichern die Wärme und strahlen sie gleichmäßig wieder ab. Auch überschüssige Feuchtigkeit und Schweiß nehmen sie auf. Nach dem Saunieren, wenn die Temperatur sinkt, geben sie sie wieder ab. Dampfsperre und weitere Dämmung sind nicht nötig. Für eine private Sauna sollten es Bohlen mit einer Stärke von 55 Millimeter sein. Einen Dämmwert von 1,5 Watt (Quadratmeter x K) sollte die Kabine damit erreichen. Dickere Bohlen mit 65 bis 70 Millimeter Durchmesser werden überwiegend im gewerblichen Bereich verwendet, da sie die Wärme länger speichern.

Doppelte Nut und Feder halten die Blockbohlen zusammen. © Baum's Blocksauna

Doppelte Nut und Feder halten die Blockbohlen zusammen. © Baum's Blocksauna

Seltener sind heute die Saunen mit durchgehenden Bohlen, die über die ganze Länge der Wand mit Nut und Feder miteinander verbunden sind. Spannvorrichtungen pressen sie zusammen. Verkämmungen oder Zapfen- und Federverbindungen verleihen an den Ecken zusätzliche Stabilität. Mittlerweile werden die Blockbohlen zu 50 bis 60 Zentimeter langen Elementen in Kassettenbauweise zusammengefasst. Die mit Nut und Feder verbundenen Bohlen umfasst ein Rahmen und bildet die Kassette. Die Kassetten verbindet ebenfalls Nut und Feder oder eine Falz. Früher notwendiges Nachspannen der Konstruktion ist bei beiden Versionen nicht mehr nötig.

Frischluft kommt wie bei der Elementkabine über eine Öffnung beim Ofen in die Kabine. Die Abluft tritt gegenüber aus. Ein fünffacher Luftaustausch sollte damit erreicht werden. Es gibt Hersteller, die darauf verzichten. Laut ihren Angaben soll das Holz einen ausreichenden Luftaustausch ermöglichen.

Bei der Wahl eines Systems gibt es einige Punkte zu beachten. Sowohl Massviholzsaunen als auch Elementkabinen der meisten Saunalieferanten sind heute flexibel, was Grundriss und Form angeht. Dachschrägen, Ecken, Nischen und Fenster können eingearbeitet werden.

Etwas höher dürfte der Energieverbrauch von Massivholzsaunen sein, auch wenn es hierzu unterschiedliche Aussagen der Saunabauer gibt. Laut RAL-Regeln sollte die Sauna nach 60 Minuten auf 90° Celsius aufgeheizt sein. Normalerweise reicht ein Kilowatt Ofenleistung um 1,3 Kubikmeter Sauna zu erwärmen. Während einige Saunahersteller angeben, dass eine Massivholzsauna mit einer 20 Prozent stärkeren Ofenleistung 30 Minuten länger braucht, gehen andere von keinem höheren Bedarf bei der massiven Variante aus. Wer hier richtig liegt, ist schwer zu entscheiden. Trotzdem ist bei der Massivholzsauna von einer längeren Aufwärmzeit auszugehen. Die Wärme muss erst tief in die Bohlen eindringen. Zudem gibt sie mehr Wärme nach außen ab als die Elementklabine, da der Holzdämmwert schlechter ist.

Der Mythos Saunaklima

Nicht verwirren lassen sollte man sich von der Frage des Saunaklimas. Es ist richtig, dass die Massivholzsauna praktisch fast ein reines Naturprodukt ist. Durch die dicken Bohlen riecht sie auch intensiver nach Holz. Nicht nachweisen lässt sich aber die Behauptung, dass durch das Holz ein Luftaustausch statt findet. Holz ist in der Tat kein fest verschlossener Stoff und nimmt beispielsweise Feuchtigkeit auf. Grundsätzlich unterscheidet sich das Klima in Elementkabinen und Massivholzsaunen nicht. Wichtiger für das Saunieren ist, dass die Sauna beziehungsweise der Raum in dem sie steht, direkt mit Frischluft versorgt wird.

Kein Saunatyp ist dem anderen überlegen. Wer eine Sauna sucht und das eher ursprüngliche Erlebnis finnischer Art will, nimmt eine Massivholzsauna. Muss dann aber auch einen bis zu 30 Prozent höheren Preis zahlen. Wer einfach eine funktionelle Kabine möchte, greift zur Sauna in Elementbauweise. Diese Einschätzung teilen übrigens die meisten Anbieter von Saunen — sie haben beide Typen im Programm.