Balanceakt im Gebirge

Auf einem steilen Hang ein Haus mit 25-Meter-Pool zu bauen, ist kein leichtes Unterfangen. Das Ergebnis beeindruckt mit seiner Architektur, fantastischer Fernsicht und einem Schwimmbecken, das teilweise frei in der Luft schwebt.

Ein 25-Meter-Becken wird als privates Freibad sehr selten gebaut. Beim eigenen Haus von Architektin Monika Wicher-Scherübel in der Steiermark musste es aber ein so großer Pool sein, da ihr Ehemann semi-professionell schwimmt. Denn nur in einem Becken mit dieser Länge kann man “tatsächlich messen, wie schnell man ist”, erklärt die Bauherrin.

Kein leichtes Vorhaben, denn das Baugrundstück in den Bergen war relativ steil und weist bis zu 45 Grad Gefälle auf. “Da muss man sich schon was einfallen lassen”, erzählt Wicher-Scherübel, “wie man alles situiert damit es funktioniert.” Die Lösung: Der Baukörper ist versetzt in den Hang gebaut. Zum Tal hin sind Keller und Garage gebaut. Darauf sitzen Schwimmbecken und Terasse. Dahinter erhebt sich der Wohnbereich.

 © Yes Architecture

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Imposant sind die 10 Meter des Pools, die über die Garage in die Luft hinausragen. Völlständig unterbaut wäre die 35 Meter lange und 1,80 Meter hohe Beckeneinfassung ein massiger Betonriegel vor dem Haus. So bildet der nun schmal wirkende Swimmingpool ein Gegengewicht zum kompakten Haus, der an ein Sprungbrett erinnert. Der 25 Meter lange, 2,40 Meter lange und 1,40 Meter tiefe Pool aus Edelstahl ist von einem U-Träger aus Ortbeton eingefasst. Die Edelstahlbleche wurden auf der Baustelle zusammengeschweißt. Zwischen Betonwanne und Schwimmbecken befindet sich eine Wärmedämmung aus Styrodur. Eine Solarabdeckung hält die Wärme im Pool und nutzt die Energie der Sonne, um das Wasser aufzuheizen.

Bildergalerie: Frei schwebender Pool
Aussicht von der Terrasse ins Tal

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 © Yes Architecture

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Da das Becken vor allem dem Sport dient, finden sich außer drei Unterwasserscheinwerfern keine weiteren Attraktionen im Pool. Damit beim Schwimmen der Panoramablick ins Tal und den gegenüberliegenden Berg unbeeinträchtigt bleibt, haben sich die Bauherren für einen Swimmingpool mit Überlaufrinne entschieden. Die Wasseroberfläche bildet so die Sichtkante und ermöglicht eine fantastische Fernsicht.

“Ein wichtiger Punkt war auch der Energiehaushalt”, berichtet Wicher-Scherübel. Es handelt sich um ein Niedrig-Energiehaus, das sich halb im Hang vergraben Richtung Norden duckt und so die geringste Angriffsfläche für Wind und Wetter bietet. “Die Glasfassade orientiert sich nach Südwest für den passiven Wärmeeintrag im Winter.” Beheizt werden Haus und Freibad mit Solarenergie und Erdwärme, deren Flächenkollektoren im gesamten Hang in 1,2 Meter Tiefe vergraben sind. Problemlos kann die Familie von Anfang Mai bis Ende Oktober schwimmen.

Technik

Die Wasseraufbereitung mit Chlor erledigt eine von der Firma BWT konzipierte vollautomatische Anlage. Ein Einschichtfilter mit Quarzsand reinigt das Wasser. Die Schwimmbadsteuerung “Pool-Control-25” von osf misst und regelt die Wasserwerte wie Temperatur, Chlorgehalt, pH-Wert und kümmert sich um Wasserstand sowie Rückspülung.